Die Odyssee eines kleinen Hundes

Im folgenden handelt es sich um eine wahre Geschichte des kleinen Dandie Dinmont Terrier namens Dina Bijou vom Mark Brandenburgischen Hof.

Am 25.10.2003 erblickte die kleine Hundedame nebst ihren 4 Brüdern das Licht der Welt in Hohenbruch. Die ersten Lebenswochen verbrachte sie glücklich und zufrieden bei ihrem Züchter. Als sie alt genug war, konnte sie mit ihren Geschwistern das ganze Haus und den großen Garten erkunden und unsicher machen. Rumtollen und alles Neue, was es zu erforschen galt, sowie das Spielen im Rudel bescherten ihr eine sorglose erste Lebensphase. Nach zirka 6 Wochen tauchten viele fremde Leute auf, die nicht zur Familie gehörten. Darunter auch ein freundlicher älterer Herr. Diese Menschen interessierten sich auffällig für Dina und ihre Brüder. Nach einigen Gesprächen entschied sich der ältere Herr für die kleine Hündin. In den folgenden 4 Wochen kam er noch öfters zu Besuch und machte einen sehr guten Eindruck. Er sprach viel von seiner Tochter und das sie sich in Mecklenburg- Vorpommern ein Grundstück mit Haus kaufen wollen. Allerdings kann bis dahin noch einige Zeit vergehen, erst mal sollte die kleine Hündin mit nach Berlin- Spandau. Es sprach nichts gegen den Käufer, so dass Dina am 4.1.2004 in ein neues zu Hause gegeben wurde. Ab und an rief der Züchter, Herr Kruse, den Käufer an und erkundigte sich nach dem Befinden von Dina. Er erhielt jedes Mal die Auskunft, dass es der Kleinen sehr gut geht und sie sich recht wohl fühlt.

Was im folgenden geschah, lässt sich nicht genau nachvollziehen. Eines Tages erhielt Herr Kruse einen Anruf eines befreundeten Züchters, ob es seine Richtigkeit habe, dass ein Hund aus seiner Zucht auf einer russischen Homepage zum Verkauf angeboten wird. Da wir aber keinen Hund nach Russland verkauft haben, waren wir ziemlich schockiert und sahen gleich auf dieser Homepage nach. Tatsächlich, ein Hund aus unserer Zucht sollte verkauft werden. Es handelte sich um Dina Bijou, die eigentlich in einem schönen Haus in Mecklenburg- Vorpommern leben sollte. Um die Umstände zu klären, rief Herr Kruse sofort den Käufer an. Dieser leugnete nachdrücklich, einen Welpen bei uns gekauft zu haben und behauptete, dass dies wohl sein Neffe mit gleichen Namen gewesen sein muss. Für Herrn Kruse ist diese Behauptung kaum zu glauben, denn er hatte schon öfters mit dem Herren telefoniert und eindeutig seine Stimme erkannt. So kam er zu dem Entschluss, das es sich wohl um einen Scheinkäufer handeln musste.

Was war zu tun, oder besser gesagt, was konnten wir tun, um Dina da herauszuholen? Durch einen befreundeten Züchter erhielten wir die Nachricht, dass sich der Dandie Dinmont Trust auch um solche Fälle kümmert. Wir baten unseren Freund, für uns die Verbindung herzustellen, um so Hilfe in dieser Sache zu erhalten. Kurz darauf meldete sich eine Frau Gyorke Alger aus Florida und erkundigte sich bei uns, ob wir Dina zurückkaufen würden. In diesem Fall bot sie sich an, die Verhandlungen durch den Dandie Dinmont Trust in unserem Namen mit der russischen Besitzerin zu führen. Diese russische Frau besitzt viele verschiedene Terrierrassen und auch Hunde anderer Rassen und züchtet auch diese, wenn man das überhaupt Zucht nennen kann. Nach einigen Tagen und vielen E-Mails hin und her konnte sie uns mitteilen, dass Dina nach Deutschland zurückkommen kann. Wir konnten es erst gar nicht glauben. Als dann aber der Anruf von der Fluggesellschaft kam, ob wir die Sendung mit dem Hund entgegen nehmen würden, war es klar- Dina wird bald zu Hause sein und dieses nie wieder verlassen müssen.

Am 29.12.2005, zirka 11.30 Uhr, nahmen wir einen sehr verängstigten, verfilzten und mageren kleinen Hund entgegen. Zu Hause angekommen, sahen wir zu unserer Überraschung, dass sich unsere anderen Dandies sich liebevoll um Dina kümmerten und ihr so das Wiedereinleben sehr erleichterten. Nun sind schon einige Wochen vergangen und unsere kleine Dina benimmt sich so, als ob sie nie weg war. Allerdings reagiert sie auf einige Situationen mit Menschen sehr ängstlich. Wir, meine Familie und ich, werden alles tun, damit sie wieder ein kleiner glücklicher Dandie werden kann.

Zum Abschluss ein Aufruf in eigener Sache, die denke ich, alle Züchter betrifft. Sollten Sie Kenntnis von solchen Scheinkäufern erhalten oder so etwas aus eigener Erfahrung erlebt haben, bitte ich Sie inständig, verständigen Sie alle Ihnen bekannten Züchter. Bitten Sie diese, die Nachricht an ihnen bekannte Züchter mit Name, Anschrift und gegebenenfalls Telefonnummer des Scheinkäufers weiter zuleiten. Danke im Voraus.

Ich habe dieses getan und hoffe somit, dass dieser ältere Herr aus Berlin nie wieder einen Hund nach Russland oder irgendwo sonst hin verschieben kann.

Vielen Dank an alle Freunde und Bekannte, die uns seelisch und finanziell unterstützt haben!!!

Joachim Kruse und Familie

     

Dina am 03.12.2005

Dina am 01.02.2006

Dina am 02.02.2006